Bonjour Angers – Woche 1

Mein Name ist Josh Knyrim und ich mache bei Holz Heinemann in Goslar eine Ausbildung zum Großhandels-Kaufmann. An der BBS 1 Goslar – Am Stadtgarten gehe ich in die Groß- und Außenhandels-Klasse KA16. Gefördert durch Erasmus+ konnte ich vom 1. bis 12. April 2019 ein 2-wöchiges Praktikum im staatlichen Großmarkt (Frz.: marché d’intérêt national, kurz: MIN) für Früchte und Gemüse in Angers machen. Ziel meines Auslands-Praktikums war, meine sprachliche Kompetenz in Französisch, meine internationale berufliche Handlungs-Kompetenz und meine interkulturelle Kommunikation zu verbessern.

Die erste Woche in Angers war für mich sehr interessant und aufregend. Mein zweiwöchiges Praktikum begann Montag früh, dadurch konnte ich seit meiner Anreise am Sonntag schon erste Eindrücke ohne Praktikumsalltag sammeln. Die Stadt an der Loire hat mich sofort begeistert, da sie gegeprägt ist von vielen jungen Studenten,  Restaurants und Bars. Bei nahezu sommerlichem Wetter fühlte ich mich sofort wohl in der ca. 150.000 Einwohner großen Stadt.

Mein Praktikum startete ich am Montag in einem Großhandel für Früchte und Gemüse mit ca. 10 Angestellten und 3 größeren LKW. Zunächst hoffte ich, dass ich nicht richtig zugehört hatte, als mein Praktikums-Betrieb mir mitteilte, dass pünktlich um 4 Uhr in der Früh Arbeitsbeginn sei. Leider hatte ich richtig gehört. Die ersten 2 Tage waren somit recht anstrengend, da ich mich sowohl an den zeitlichen Rhythmus gewöhnen musste als auch sprachlich sehr viel Energie benötigte. Am dritten Tag hingegen war ich dann endlich „angekommen“ in meinem Betrieb, der nur 10 Gehminuten von meinem Hotel entfernt lag, und ich hatte mich auch an den sehr frühen Arbeitsbeginn gewöhnt. Entgegen meiner Erwartungen verbrachte ich ca. 70 Prozent des Praktikums außerhalb des Büros und unterstützte das Team in der Zusammenstellung der Lieferungen und Bestellungen. Somit sah der Tagesablauf so aus, dass ich früh im Büro bei der Auswertung der Bestellung vom Vortag assistierte, wir anschließend die Verkaufshalle für den direkten Verkauf an Kunden vorbereiteten, die LKW beluden und ich zu meiner Freude dann anschließend die Auslieferungsfahrten begleiten durfte. Jeder LKW hatte ca. 10 Kunden täglich, zu den beispielsweise hochklassige Restaurants, Supermärkte oder auch Bäckereien gehören.

Nach der Arbeit nutzte ich meistens die freie Zeit, um mich auf meine kommenden Abschlussprüfungen vorzubereiten. Da mein Hotel genau im Uni-Gebiet lag, waren es nur 2 Gehminuten bis zur Uni-Bibliothek, wo ich optimale Lernmöglichkeiten vorfand und auch Studenten, mit denen man schnell in Kontakt kam.  Abends ging ich gerne noch zum sportlichen Ausgleich Laufen. Als perfekte Laufstrecke eigneten sich der Weg entlang der Loire oder einer der vielen Parks in Angers.

Nachdem ich die ersten 4 Tage in meinem Praktikumsbetrieb gearbeitet hatte, konnte ich am letzten Tag der Woche und auch vor den Osterferien mit in die Schule gehen. Die Klasse von Madame Bahain war gerade dabei, einen für Ende 2019 geplanten Austausch mit der BBS 1 Goslar – Am Stadtgarten zu organisieren. In der Schule wurde ich sehr herzlich empfangen und aufgenommen. Vor allem der nette und respektvolle Umgang untereinander wie auch das hohe Interesse an dem Austausch von jedem einzelnen Schüler haben dazu beigetragen, dass der Schultag sehr viel Spaß gemacht hat und für mich eine kleine Abwechslung zum Berufsalltag war. Das Wochenende wurde von mir dazu genutzt, um die vielen Sehenswürdigkeiten von Angers zu erkunden und allgemein einen noch besseren Überblick von der Stadt zu bekommen. Sonntagabend hieß es dann früh Schlafengehen, da es am Montag wieder um 4 Uhr weiterging mit der Arbeit.